Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.

Kunst in Leipzig - Galerie Delikatessenhaus e.V.


Tim von Veh

Chimaera
9. Februar - 8. März 2008

Wie viel Zeit braucht es, bis sich die richtige, die einzige Linie herausschält? Wie viel Härte und Konsequenz ist nötig, diese ins Metall oder das verletzlichere Papier einzuschreiben? Wie viel Gleichgültigkeit gegenüber einem (fast) alles vereinnahmenden Markt?

Die Arbeit des Graphikers Tim von Veh lässt sich nicht mit Zeitgeistformulierungen fassen, zu abgeschieden vom Mainstream vollzieht sich seine Suche nach der perfekten Form. In letzter Zeit hat Tim von Veh seine vertrauten Radierplatten verlassen und sich dem allein Zeichnerischen zugewandt, um sich zu vergewissern und seinem Figurenrepertoire größeren Spielraum im Flüchtigen des Mediums Zeichnung zu ermöglichen.

Seine Szenen sind erzählerischer geworden. Figuren überlagern sich, werden Bestandteile größerer Geschichten, die verehrten Göttinnen halten Audienz in ihren Gemächern, auch wenn nur ein Löwe ihre nackten Waden liebkosen darf. Wer traut sich heute schon noch solch mythologisches Pathos? Dennoch wundert sich der Betrachter, wenn ihn plötzlich ein ganz diesseitiges Gesicht anblickt, im Moment, wo er sich gerade an meisterlich hingeworfene Linien verlieren wollte, die ihre Vorbilder aus der Antike und deren Nachfolgern wie z.B. den Nazarenern durchaus nicht verleugnen.

Dem aufmerksamen Gegenüber entgehen die Störungen nicht, die Tim von Veh in seine Kompositionen einbaut. Die Arbeit mit gegenwärtigen Modellen ist wesentlicher Bestandteil seiner Formsuche. Das Resultat - ein Gesang über die ewige Schönheit, ein Empfinden von Körperlichkeit, die heutigen vorgefertigten Maßstäben nicht genügen will und darf, wenn man bei der Wahrheit in der Kunst bleiben will. Dass diese Sehnsucht auch zum einsamen Unterfangen werden kann, gilt solange, wie wir nicht zugeben, dass es unserer Empfindung oft genug genau danach verlangt.

Bereits zum zweiten Mal nach 2006 zeigt Tim von Veh seine Arbeiten in einer Einzelausstellung im Delikatessenhaus. Seine großformatigen Zeichnungen werden dabei in einen Fries aus direkt auf die Wand gezeichneten Arabesken eingeordnet, der sich durch den gesamten Ausstellungsraum zieht.