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Ein Anderer - Fotografie
21. Juni - 21. Juli 2007
Scheinbar filmische Momente, zugespitzt auf den Moment der größten Spannung, fotografisch festgehalten: Die Arbeiten der Berliner Künstlerin Astrid Busch lesen sich wie Fragmente aus David Lynchs surrealen Meisterwerken oder Noir Movies der 40er Jahre. Ein Standbild ohne weiteren Kommentar, zumeist Einzelpersonen in rätselhafter Haltung und doch vertrauter Umgebung.
Aufs Höchste konzentriert verharren die Protagonisten in minimalistisch ausgeleuchteten Räumen. Man ist versucht das Bild einfach nur zu nehmen, umzudrehen und sich den Filminhalt auf der Rückseite der Verpackung durchzulesen. Doch da ist nichts. Keine Storyline, kein Begleittext, kein Hinweis auf eine Geschichte. Es ist nur eine Abbildung, ein geschickt konstruiertes Bild, dessen Potential unweigerlich Gedankenprozesse auslöst.
Der Betrachter spinnt sich (s)eine Geschichte zurecht, dessen was passiert sein könnte oder noch passieren wird. Es liegt an ihm den Statisten Persönlichkeit zu verleihen und das Standbild in kriminalistischer Manier lebendig werden zu lassen. Ein Bild - ungezählte Geschichten dahinter. Das Gemeinsame diese Kopfkinos ist die Verwirrung. Die Betrachter werden zum Kollektiv, zu Zeugen geheimnisvoller Vorgänge, die sich einer endgültigen Klärung entziehen. Mit ihren präzise inszenierten Fotografien gelingt es Astrid Busch, den Betrachter seine vielleicht längst verschollen geglaubte Fantasie neu entdecken zu lassen.
in Verbindung mit dem
>> 1. Internationalen Fotografiefestival Leipzig vom 20. bis 24. Juni 2007.